Tag 2: durchwachsen, mit Hoffnungsschimmer

Heute ist anfangs alles wie gestern. Die morgentliche Zigarette vermisst schon keiner mehr, am Computer oder auf dem Sofa zu sitzen bereitet mir kaum Probleme, was den Entzug angeht. Es riecht frischer in der Wohnung.

Zum wach werden trinke ich einen Kaffee und surfe im Internet. Danach breche ich mit meinem Hund zu einer Tour mit dem Fahrrad auf (nichts großartiges). Seit ein paar Wochen machen wir das regelmäßig, er braucht seinen Auslauf und mir schadet es auch nicht. Es regnet zwar, aber das soll uns nicht abhalten. Ich habe das Gefühl besser voran zu kommen, als ob sich meine Kondition schon verbesset hätte. Allerdings muss ich dazu sagen, ist es eher wahrscheinlich, dass dieser Konditionsschub von der erfrischenden Nässe von oben oder den doch mitlerweile sehr häufigen Radtouren, die ich mit meinem Hund unternehme, kommt.

Nach dem Frühstücken und Duschen mache ich mich auf den Weg zur Arbeit. Eine Zigarette im Auto wäre jetzt schon nicht verkehrt, das Verlangen steigt an Orten, an denen ich öfter geraucht habe, natürlich an. Ich überstehe den Vormittag ohne Zigarette und ohne Nikotinkaugummi.

Am Nachmittag wird mein craving (Wikipedia) so stark, dass ich zu einem Nikotinkaugummi greife. Dieser lindert mein Verlangen und bessert meine Stimmungslage. Ich denke nicht mehr nur daran eine zu rauchen.

Meine Freundin schenkt mir ein Buch, das dabei helfen soll von der Nikotinsucht los zu kommen. Für diese und weitere Unterstützung sei ihr an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön ausgesprochen, zumal sie selbst versucht aufzuhören, jedoch hat sie wesentlich weniger geraucht und scheint damit auch besser klar zu kommen, als ich.

Eine kurze Einkaufstour und zwei Nikotinkaugummis später, am Abend ist meine Laune im Keller. Ich nehme das Buch über die Entzugshilfe zur Hand und fange an zu lesen. Es sieht sehr interessant aus, das erste Kapitel beschreibt die Wikrung von Nikotin im Körper und dessen Auswirkungen. Ich kaue den vierten Nikotinkaugummi um in einer ruhigen Ausgangslage ins Bett zu gehen.

Der Tag war härter, was die Entzugssymptome angeht, doch mein neues Buch macht mir Hoffnung, der hohe Nikotinspiegel hat verursacht, dass ich mich an höhere Dosen Dopamin, Adrenalin und andere gewöhnt habe. Die normalen Dosen sprechen mich kaum noch an, da ich wie gesagt mehr gewohnt bin. Das ist extrem kurz gefasst die körperliche Erklärung für eine Abhängigkeit. Eine Zigarette würde meinen Nikotinspiegel wieder anheben, das Nikotin würde die Wirkung o.g. Hormone (u.a. Glückshormone) wieder anheben und ich hätte wieder meine gewohnte Dosis “Glück”. Da dies aber nicht zur Entwöhnung von Zigaretten führt muss ich den harten Weg gehen und warten, bis ich wieder die “natürlichen” die normalen Mengen als ausreichend empfinde.

Zwei Tage sind geschafft!



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4 Antworten auf Tag 2: durchwachsen, mit Hoffnungsschimmer

  1. Alex sagt:

    ich drück dir die Daumen und sag: Durchhalten!

  2. Von mir auch alles Gute… Ich habe immer wieder versucht aufzuhoeren, manchmal auch fuer ein paar Monate durchgehalten, aber dann wieder angefangen :( . Zuviel Stress, hoert sich wie eine bloede Ausrede an, aber wenn Du schon mal ernsthafte Existenzaengste hattest, wo es nicht nur um Dein Leben, sondern auch das Deiner ganzen Familie geht, dann verstehst Du meine Lage vielleicht auch.

    • Danke dir,
      ja das ist es ja was mich etwas vorsichtig macht. Ich habe schon oft gehört, dass Leute nach mehreren Monaten wieder angefangen haben.

      Aber da bei mir langfristig nur die Klausurwochen im Februar stressig werden sollten und es bis dahin noch 6 Monate sind, hoffe ich den richtigen Zeitpunkt gefunden zu haben, was allerdings auch nichts im Vergleich zu deinem Stressauslöser ist.



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